| |
Leserbriefe im Hamburger
Abendblatt von Inge und Carl-August Neinens
Linke:
Kommissar Sodann als Bundespräsident
Es ist nicht ungewöhnlich, in Talkshows Schauspieler
für politische Meinungen zu präsentieren. Jetzt kehren
auch bei uns für hohe politische Ämter amerikanische
Verhältnisse ein. Verwechselt man dabei nicht die Rolle
des tüchtigen Kommissars mit dem tatsächlichen Menschen?
Es wäre doch wohl logischer, den Drehbuchautor als
Bundespräsidenten vorzuschlagen.
Dr. Carl-A. Neinens
erschienen am 15.10.2008
Einsatz der Kernenergie
Wenn der Klimawandel wirklich so ernst zu nehmen ist, wie
in Ihrem Bericht dargestellt wird, verstehe ich nicht,
wieso die Möglichkeiten des Einsatzes der Kernenergie
völlig ignoriert werden, obwohl mehr als das 10-fache
aller übrigen weltweiten Maßnahmen zur Reduzierung des
CO2-Austoßes dadurch erreicht würde. Das ist weitaus
mehr, als in Ihrem Klimabericht verlangt wird. Das
Tempolimit für Autofahrer auf der ganzen Welt (was nicht
durchsetzbar ist) würde den CO2-Ausstoß um maximal vier
Tausendstel mindern . Auch wenn die Gefahren der
Kernenergie von ihren Gegnern hoch eingeschätzt werden,
stellt sich die Frage, ob denn ein Klimawandel
vertretbarer erscheint.
Dr. Carl-August Neinens, Hamburg
erschienen am 27.11.2007
Zur Klimafalle
Statt mit dem Auto mit dem Rad zu fahren und im Haushalt
Strom zu sparen, das ist durchaus lobenswert, aber
gegenüber der Nutzung der Kernenergie sind das
Spielereien ohne merklichen Effekt. Die Nutzung der
Kernenergie hat das Drei- bis Fünffache der jährlichen
CO2-Emissionen eingespart. Ohne ihre Gegner könnte es
ein Mehrfaches davon sein. Stets wird auf die
Befürworter mit der Tschernobyl-Keule dreingeschlagen.
Das ist, als wolle man in Deutschland keine Autos mehr
kaufen, weil die Russen oder Chinesen vor 25 Jahren keine
sicheren Autos herstellten. Die Angst vor Katastrophen
durch Kernenergie treibt uns in die Klimafalle, so wie
die Treiber den Hasen dem Jäger vor die Flinte. Der
Treibhauseffekt und seine Folgen entsprechen
möglicherweise der Wahrheit, aber seriöse Kritiker, die
anderer Meinung sind, müssen ernst genommen werden.
C.-A. Neinens, Hamburg
erschienen am 13. April 2007
Purer Aktionismus
Politiker wollen Stand-by-Schalter verbieten
Ich fahre ein Fünf-Liter-Auto oder mit der Bahn und
schalte meinen Computer ab, wenn ich ihn nicht brauche.
Andere schalten auf Stand-by.
Wenn es aber den Schalter nicht mehr gibt, werden viele
ihr Gert ständig voll laufen lassen. Ein Gesetz
wre also kontraproduktiv. Genauso an den Haaren
herbeigezogen ist das geforderte Tempolimit. Wenn Autos
mit 14 Prozent zur CO2-Belastung beitragen, spart das
nach meiner Rechnung 0,3 Prozent (Näheres: www.neinens.de).
Rechnet man die Staus und überholmanöver dagegen, ist
auch das kontraproduktiv. Stattdessen bringt die weitere
Nutzung der Kernenergie ein Hundertfaches an CO2-Reduktion.
Wo bleibt da der Verstand?
Dr.-Ing. C. A. Neinens, per Mail
erschienen am 17. März 2007
"Sex und Gewalt - geht das
deutsche Theater zu weit?"
Es kann schon sein, dass eine überzogen freizügige
"Othello"-Inszenierung heute im Theater zu
großem Beifall im Publikum führt. Das liegt aber nicht
nur an der Liberalisierung unserer Gesellschaft, sondern
auch an der Selektion des Publikums, denn diejenigen, die
solches Theater nicht sehen wollen, bleiben zu Hause.
Dr. Carl-August Neinens, Hamburg
erschienen am 6. April 2006
Widersprüchlich
Auf die Frage, wonach die Verlängerung der Laufzeiten
der Kernkraftwerke eine Kostenentlastung in
Milliardenhöhe bringen würde, meint Trittin, dies
würde die Versorgungsunternehmen nur reicher machen.
Andererseits will er den Preisdruck durch die
Regulierungsbehörde vergrößern. Also müssen
Arbeitsplätze abgebaut oder Kosten auf andere Weise
gesenkt werden, z. B. durch längere Laufzeiten. Was ist
Trittin lieber? Außerdem ist er für teure erneuerbare
Energien und Kohlekraftwerke mit CO2-Ausstoß. Was ist
das für eine widersprüchliche grüne Politik?
Carl-A. Neinens, Hamburg
erschienen am 26. Juli 2005
Aluminiumwerke
Als Prof. Weichmann Bürgermeister von Hamburg war,
unterstützte die SPD den Ausbau der Kernenergie, und die
HEW konnten günstige Strompreise vereinbaren. Die Stahl-
und Aluminium-Werke wurden angesiedelt. Jetzt wandert die
Industrie ab oder kauft Kernenergie aus Frankreich, und
Herr Trittin spricht von Arbeitsplätzen durch
Windenergie, obwohl es sich dabei um Zuschußobjekte
handelt.
Carl-A. Neinens
erschienen am 23. Juni 2005
Wenig konkret "Ein Nordstaat
wäre richtig" ?
Die Argumente von Prof. Straubhaar sind alle sehr wenig
konkret. Ich könnte ohne Mühe doppelt so viele
unquantisierte Behauptungen dagegensetzen. Für Hamburg
bedeutet ein Nordstaat: kein Sitz mehr im Bundesrat, für
den Bürgermeister eine weitere Zwischeninstanz, für die
Bürger weitere bürokratische Wege, also keine
Einsparung von Instanzen. Was soll ein Nordstaat umfassen?
Was ist mit Bremen? Sollen Teile von Nord-Niedersachsen
dazugehören? Was ist mit dem Länderfinanzausgleich?
Wieso wollen die Bürger einen Nordstaat?
Dr. Carl-A. Neinens, Hamburg
erschienen am 14. Februar 2005
Die Redaktion antwortet
im Hamburger Abendblatt
Dr. Neinens schrieb zur Rechtschreibreform:
Ob neue oder alte Rechtschreibung ist mir im Grunde egal.
Ich kann beides nicht fehlerfrei.
Ich habe immer Neues lernen müssen, z. B. viele
Programmiersprachen, und kann über die meisten Argumente
nur lachen. Durch den Rückwärtsgang wird nichts besser.
Beruflich und mit Kindern nebst Enkeln muss ich die neue
Schreibweise verwenden und üben. Zeitung lesen soll ich
jetzt in der alten. Sollen doch die Konservativen
schreiben, wie sie wollen, ich kann es lesen.
Entscheiden sollte die nachwachsende Generation, die nach
sechs Jahren neuer Rechtschreibung und nach dem
Schulabgang nicht das Alte dazulernen wird. Sie kommt in
den Umfragebeiträgen nicht zu Wort und wird nie "richtig"
schreiben können. PISA lässt grüßen.
Mit freundlichem Gruß
Dr.-Ing. Carl-August Neinens
Antwort von Abendblatt-Chefredakteur Menso
Heyl:
Sehr geehrter Herr Dr. Neinens,
Sie sprechen Dinge an, die uns am Herzen liegen und zum
Teil auch Sorge machen: Wenn wir die technischen
Voraussetzungen für die Umstellung der Zeitung auf die
klassische Rechtschreibung abgeschlossen haben, werden
Schüler in unserem Blatt eine andere Rechtschreibung
vorfinden, als sie zurzeit an den Schulen unterrichtet
wird.
Für eine Zeitung, die gerade auch in Familien sehr
häufig gelesen wird, ist das ein herausragender Aspekt,
den wir beachten müssen.
Bis das erste Abendblatt wieder in der klassischen
Rechtschreibung erscheinen kann, werden noch mehrere
Wochen vergehen. Wir müssen Redaktionssysteme umstellen
und teilweise neue Computer-Programme einführen.
Die überwiegende Mehrheit unserer Leser schreibt, wenn
sie mit uns in Kontakt tritt, noch in alter
Rechtschreibung. Dem wollen wir Rechnung tragen. Für die
Schüler unter unseren Lesern wird diese Phase der
Veränderungen natürlich schwierig. Aber ich setze
darauf, dass die Kultusbürokratie an dieser Veränderung
der deutschen Rechtschreibwirklichkeit nicht vorbeigehen
kann, so dass Deutschland nach Ablauf einer gewissen Zeit
wieder eine für alle verbindliche Rechtschreibung hat.
Und die wird dann hoffentlich vernünftiger und besser
sein als die Rechtschreibreform, die ursprünglich von
der Kultusbürokratie durchgezogen werden sollte.
Schon jetzt sind ja wichtige Buchverlage wie Aufbau-Verlag,
Hansa, Diogenes und Pieper der Rechtschreibreform nicht
gefolgt. Auch der Suhrkamp-Verlag hat die Initiative,
wieder klassisch zu schreiben, inzwischen begrüßt. Und
bald wird die klassische Rechtschreibung von rund 60
Prozent der deutschen Presse wieder angewendet . Daran
können die zuständigen Stellen nicht vorbeigehen.
"Die Sprache gehört nicht der Kultus-Bürokratie",
schreibt z. B. "Spiegel"-Chefredakteur Stefan
Aust völlig zu Recht.
Gleichzeitig ist auch klar, dass sich weder der Spiegel-,
noch der Springer-, noch der Süddeutsche-, noch der
Verlag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung",
weder Bauer-Verlag noch die vielen kleineren
Zeitungsverlage Rechtschreibneuerungen, die dann von
einer großen Mehrheit befürwortet werden, nicht
verweigern wollen. Das heißt - und wieder ist dieser
Ausblick mit Hoffnung auf die Zukunft verbunden - , dass
wir in Deutschland in naher Zukunft eine modernisierte
klassische Rechtschreibung bekommen, die von möglichst
vielen Menschen mitgetragen wird.
Ich habe es schon einmal gesagt: Das Ziel muss sein, auch
wenn es jetzt noch als fern erscheint, dass das, was
Schülern gelehrt wird, nicht von dem differiert, was in
der Öffentlichkeit geschrieben wird.
Mit freundlichen Grüßen
Menso Heyl
erschienen am 10. August 2004
"Was die Türken vor Wien
nicht geschafft haben ....."
Die ausgewählten Stellungnahmen mögen rechtens sein
oder nicht. Sie gehen doch an der wesentlichen Aussage
vorbei: Was die Türken vor Wien nicht geschafft haben (die
Eroberung des christlichen Abendlandes), würden die
türkischen Frauen durch ihren Nachwuchs nachholen. Ob
tatsächlich dies durch die Zuwanderung geschehen wird,
zu wünschen oder zu befürchten ist, beschäftigt doch
wohl den Leser. Daran kann man nicht vorbeigehen.
Insbesondere stellt man sich die Frage, ob Herr Öger
wirklich die deutschen Interessen bei der EU vertreten
wird oder die türkische Zukunft?
Inge Neinens, per E-Mail
erschienen am 1. Juni 2004
Schülerdemo gegen Lehrerabbau
Auch den Demonstranten fehlen offenbar notwendige
Informationen über die Entwicklung der Schülerzahlen in
den kommenden Jahren. Im Internet fand ich ausgerechnet
bei der Lehrergewerkschaft (GEW), dass die Zahlen in den
nächsten Jahren bis zu 20 Prozent rückläufig sind.
Lehrer gehen heute, als im Durchschnitt jüngste
Berufsgruppe, in den Ruhestand, und da wird verlangt,
mehr Lehrer einzustellen?
Dr. Carl-A. Neinens
erschienen am 13. Juni 2002
Wer uns wirklich versteht
Nach Meinung der von Ihnen befragten Schüler sind Eltern
und Familie der wichtigste Hintergrund für die Erziehung.
Nicht alle Jugendlichen haben Familien, die das psychisch
oder materiell leisten können und sind auf die
Gesellschaft angewiesen. Gute Lehrer werden för die
Ausbildung als Autoritäten akzeptiert. Für persönliche
Probleme wollen die Schüler die Wahrung ihres Rechtes
auf Vertraulichkeit und keine Lehrer per "Du".
Bei der Weltkinderkonferenz der Vereinten Nationen
verlangten Kinder mehr Zeit von Ihren Eltern. In
Deutschland verlangen Politiker Schulpflicht ab 5.
Lebensjahr und die Einführung der Ganztagsschule. Was
denn nun? Kinder loswerden oder mehr Zeit für Kinder?
Dr.-Ing. Carl-A. Neinens, Hamburg}
erschienen am 14. Mai 2002
|
|